Die Blindenampel

Als Blindenampeln bezeichnet man die bekannten gelben Kästen, die in greifbarer Höhe an den Ampelmasten angebracht sind. Ein allgemeiner Irrtum besteht darin, dass viele davon ausgehen, dass eine Ampel mit Knopfdruck schneller auf grün umschaltet. Stattdessen sind diese Schalter nur für blinde oder sehbehinderte Menschen relevant.

Bedienung (Kurzfassung):

Neue Ampeln („„mit Akustik, „„mit Taster) Grafik: Grafisch angeordnete Gegenüberstellung der Bedienungsschritte bei alten und neuen Blindenampeln."
1. Mit der Hand unter den Kasten greifen.
2. Mit einem Finger den Taster drücken und gedrückt halten!
3. Vibrieren abwarten, gleichzeitig ist ein schneller Piepton zu hören.
4. Losgehen!

Alte Ampeln („„ohne Akustik, „„ohne Taster)
1. Blindenzeichen drücken.
2. Innere Handfläche unter dem Kasten andrücken!
3. Vibrieren abwarten.
4. Losgehen!

Die in Berlin heute üblichen akustischen Blindenampeln verfügen über zwei verschiedene Geräusche und andere Merkmale, die eine Hilfestellung bei der Straßenquerung geben.

Akustische Signale

Auffindesignal
Das langsame Klopfen oder Tackern (tack – tack – tack) hilft, den Ampelmast zu finden, es nennt sich daher „Auffindesignal". Dieses Signal ist bei eingeschalteter Ampel dauerhaft in Betrieb. Es sollte im Normalfall aus ca. fünf Meter hörbar sein.

Freigabesignal
Das schnelle Piepen (piep, piep, piep) signalisiert, dass jetzt Grün ist und hilft beim Überqueren der Straße. Es wird "Freigabesignal" genannt, weil es die Straße zur Überquerung freigibt. Dieses Signal muss aber erst angefordert werden. Beide Signale sind geräuschabhängig gesteuert. Sie erhöhen oder reduzieren ihre Lautstärke in Abhängigkeit der Umgebungsgeräusche.

Die akustischen Signale wurden uns freundlicherweise von der Firma RTB zur Verfügung gestellt.

Weitere Merkmale

Am Ampelmast ist ungefähr in Höhe eines Türgriffes der sogenannte "Anforderungskasten" angebracht. Dieser ungefähr handgroße Kasten ist eckig, abgerundet oder fast halbkugelförmig. An seiner Unterseite befindet sich der Taster zur Anforderung des „Freigabesignals“. Dieser Taster vibriert bei Grün.

Der Anforderungstaster ist mit einem Pfeil versehen, der die Laufrichtung für die Querung anzeigt. Ihn gibt es in verschiedenen Ausführungen, welche die Eigenschaften der zu querenden Straßen anzeigen:

  • Bei einem glatten Pfeil ist eine normale Straßenüberquerung „in einem Rutsch“ möglich.
  • Bei einem Pfeil mit einer Halbkugel folgt nach der Querung eine weitere Verkehrsinsel mit einer Ampel für die nächste Fahrspur. Die Grünphase muss dort erneut angefordert werden. Die Querung kann auch über Straßenbahngleise führen, die Tram hat aber Rot, wenn die Fußgänger Grün haben.
  • Bei einem Pfeil mit einem erhöhten Querbalken gibt es eine Verkehrsinsel. Auf dieser Insel steht entweder eine weitere Ampel zum Überqueren der nächsten Fahrbahn oder man kann direkt weiter laufen. Hier ist anhand der akustischen Signale zu prüfen, ob eine weitere Ampel vorhanden ist oder eine piepende Ampel auf der anderen Fahrbahnseite Grün signalisiert.
  • Ein Pfeil mit einer Querkerbe zeigt zu querende Gleise oder Busspuren ohne eigene Ampel an.

Um den Ampelmast herum sind Rippenplatten im Boden eingebaut. Diese Rippen können mit dem Blindenstock ertastet werden und zeigen die Laufrichtung an.

Es gibt in Berlin noch viele ältere Anlagen ohne Akustik. Sie sind an einer kreisförmigen Vertiefung mit einem Blindenzeichen auf der Vorderseite zu erkennen. Hier muss das Freigabesignal durch das Berühren dieses Zeichens angefordert werden. Die Freigabe wird bei diesen Anlagen ausschließlich über das Vibrieren des unterseitigen Pfeils angezeigt.

Störungen
Defekte Blindenampeln in Berlin können direkt dem ABSV gemeldet werden. Diese werden dann an die zuständigen Stellen weitergeleitet.

Informationsmaterial
Das Faltblatt "Sicher über die Ampel gehen", herausgegeben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt in Zusammenarbeit mit dem ABSV, kann über die unten angegebenen Kontakte bestellt oder als PDF-Datei herunterladen werden.
Download Ampelflyer

Kontakt:

Sekretariat
Tel.: 030 895 88-0
E-Mail: info[at]absv.de

Peter Woltersdorf
Tel.: 030 895 88-138
E-Mail: peter.woltersdorf[at]absv.de

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