ABSV-Info 116/2017 - Politik will Blindenwerkstatt retten

Dienstag, 7. November 2017

Liebe Leserinnen und Leser, 

sicherlich haben Sie aus Presseveröffentlichungen bereits von der bevorstehenden Schließung der Blindenwerkstatt des Blindenhilfswerks Berlin e. V. erfahren.

Auch uns macht das Ende der vor 130 Jahren gegründeten traditionsreichen Arbeitsstätte für blinde Handwerker sehr betroffen, vor allem vor dem Hintergrund der nun von Arbeitslosigkeit bedrohten Beschäftigten. 

Es war ein Verdienst des Blindenhilfswerks Berlin e. V., im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten einen Betrieb auf dem ersten Arbeitsmarkt mit hochwertigen, handgefertigten Produkten zu führen. Die Wertschätzung, die dem Blindenhandwerk damit auf der einen Seite zuteilwurde, wurde auf der anderen Seite durch Abnehmer, die zunehmend lieber importierte Billigprodukte gekauft haben, zunichte gemacht. Die Wirtschaftlichkeit der Blindenwerkstatt war daher nicht mehr gegeben. Und ein Betrieb, der Jahr für Jahr hohe Verluste einfährt, ist irgendwann nicht mehr zu halten. 

Nun möchte sich die Politik einklinken. Am 9. November 2017 wird sich der Sozialausschuss der Bezirksverordnetenversammlung Steglitz-Zehlendorf in einer öffentlichen Sitzung mit der bevorstehenden Schließung der Blindenwerkstatt beschäftigen. Die Geschäftsführung und der Betriebsrat des Blindenhilfswerkes Berlin e. V. sind dazu eingeladen. Für mehr Informationen klicken Sie auf den Link

Wird es doch noch eine Lösung geben, obwohl sich gerade auch das Land Berlin mit seinen landeseigenen Betrieben nach und nach aus der Verantwortung gezogen hat, der Blindenwerkstatt mit verlässlichen Abnahmen Planungssicherheit zu vermitteln?  

Manfred Scharbach                                                                         
Geschäftsführer

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