ABSV-Info 32/2018 - Barrierefrei zum Osterei

Sonntag, 1. April 2018

Liebe Leserinnen und Leser, 

der Verein Ei inklusiv e. V. lädt heute, am Ostersonntag, zum Eiersuchen auf dem Tempelhofer Feld ein. Dieses traditionelle Ostervergnügen soll erstmals für alle Menschen möglich sein. Bisher waren viele Menschen mit Behinderung von der österlichen Eiersuche ausgeschlossen. Mit dieser Diskriminierung soll nun Schluss sein!

Blinde und sehbehinderte Menschen, die besonders benachteiligt waren, sollen nun mit Hilfe von  Leitstreifen den Weg zum Osternest finden können. Der ABSV, den die Meldung erst in letzter Minute erreicht hat, befürchtet allerdings, dass die Leitstreifen nicht normgerecht und mit ausreichend großem Kontrast verlegt worden sind und kritisiert, dass der Verein im Vorfeld nicht mit einbezogen worden ist. 

Der Vorsitzende von Ei inklusiv e. V., Heino Eggerer, erklärt entschuldigend, dass eine gewisse Diskretion zum Charakter der Aktion gehöre. Auch wollte man keine Umweltschützer alarmieren, die sich möglicherweise nicht mit dem Vorhaben solidarisch gezeigt hätten. Dabei liegt die Umwelt auch Eggerer am Herzen. Die Leitstreifen beispielsweise werden nach der Aktion nicht entsorgt, sondern an den Stellen in der Stadt verlegt, wo sie noch fehlen - und dann in enger Abstimmung mit dem ABSV. 

Auch an hörbehinderte Menschen wurde gedacht: Anstelle von lauten, oftmals nicht hilfreichen Rufen ihrer Angehörigen werden sie nun durch optische Signale zu den Verstecken geleitet. Um kognitiv beeinträchtigten Menschen sowie Personen mit einer rechts-links-Schwäche das Suchen zu erleichtern, verwenden die ehrenamtlichen Guides kurze, aber eindeutige Ansagen: „Ei“ bedeutet, das Ei ist noch weit weg, „Ei, Ei“ der Weg ist richtig und „Ei, Ei, Ei“ das Ei befindet sich in unmittelbarer Nähe. Für Menschen im Rollstuhl befinden sich die Nester in Griffhöhe auf Gegenständen, die auf dem Feld von früheren Besuchern vergessen worden sind, wie z. B. Grills, Fahrräder oder Campingtische und -stühle. 

Die Idee zur inklusiven Eiersuche kam Heino Eggerer beim vergangenen Osterfest aufgrund einer persönlichen Misere: Da er wegen einer starken Heiserkeit nicht sprechen konnte, griff er kurzerhand zum Laserpointer, um seinem Sohn beim Eiersuchen Hinweise geben zu können. Die aus einer Notlösung geborene Idee wurde wenig später zur nachhaltigen Geschäftsidee von Heino Eggerer, der zudem durch seinen Namen schon seit Kindesbeinen eine besondere Affinität zu versteckten Eiern hat.  

Eckdaten für die inklusive Eiersuche:
Ostersonntag, 1. April, von 10:00 bis 18:00 Uhr auf dem Tempelhofer Feld,
also auf einem der beiden Berliner Flughäfen, auf denen keine Flugzeuge landen. 

Damit genügend Osternester für alle Interessierten versteckt werden können, unterstützt der ABSV den Veranstalter und bittet um Anmeldung per E-Mail mit dem Betreff "Ei, Ei, Ei" an:
freizeit[at]absv.de  

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit  

Hände lesen über Brailleschrift, Makro