Begegnungszone Maaßenstraße – gutes Konzept für alle?

Freitag, 2. Oktober 2015

Blinde und Sehbehinderte sind skeptisch

Berlin, 2. Oktober 2015. In der mit EU-Fördergeldern umgestalteten Schöneberger Maaßenstraße soll der Verkehr entschleunigt werden, für Fußgänger soll mehr Raum entstehen – so die sehr begrüßenswerte Idee.

Doch der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V. (ABSV) verfolgt die Entwicklung von Berlins erster „Begegnungszone“ weniger euphorisch und fragt sich besorgt, wie die 25.000 blinden und sehbehinderten Menschen in Berlin, deren Interessen er vertritt, sicher über die Straße gelangen sollen, wenn statt Ampeln und Zebrastreifen mit Vorrang für Fußgänger nur noch ungesicherte Querungen vorgesehen sind.

Blinde und sehbehinderte Menschen können sich nicht mit Blickkontakt mit Fahrzeugführern und Radfahrern verständigen. Sehbehinderte Menschen wiederum werden häufig nicht als in der Wahrnehmung eingeschränkt erkannt.

Bei fehlender Sicherheit tendieren Menschen mit Seheinschränkung dazu, die für sie als unsicher eingeschätzten Orte zu meiden. „Doch
wir möchten nicht, dass für blinde und sehbehinderte Menschen ,no-go-areas’ entstehen, d. h. Gegenden, die man zur eigenen Sicherheit besser nicht betritt und weiträumig umlaufen muss“, so Manfred Scharbach, Geschäftsführer des ABSV.

Pressekontakt:
Allgemeiner Blinden- und Sehbehindertenverein Berlin gegr. 1874 e. V. (ABSV)
Paloma Rändel, Öffentlichkeitsarbeit
Auerbachstraße 7, 14193 Berlin
Tel. 030 / 895 88-123, Fax 030 / 895 88-99
E-Mail: paloma.raendel@absv.de

Frau mit Brille liest Zeitung mit Sehhilfe