ABSV-Info 148/2021 - Kultur in Corona-Zeiten: Führungen durch Ausstellungen für blinde und sehbehinderte Menschen

Montag, 22. November 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

Normalität leben in Corona-Zeiten – ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Jeder sollte den Empfehlungen zum Schutz vor einer Ansteckung nachkommen, ohne sich vollständig von der Umgebung isolieren zu müssen, denn positive Erlebnisse und Begegnungen können helfen, die Pandemie seelisch besser zu durchleben.

Wir empfehlen Ihnen die folgenden Führungen, die mit viel Sorgfalt für blinde und sehbehinderte Menschen vorbereitet worden sind. Mit den Veranstaltern stehen wir zum barrierefreien Zugang seit langem im guten Kontakt. Mitglieder des Arbeitskreises Kultur und Freizeit des ABSV waren bei den meisten Veranstaltungen im Vorfeld involviert bzw. sind bei den Führungen eingebunden.

Bitte beachten Sie, dass in allen Häusern die 2-G-Regel gilt (geimpft oder genesen).

Dienstag, 23. November und 7. Dezember, 17:00 Uhr
Führung durch die Ausstellung "NOTHINGTOSEENESS – Leere/Weiß/Stille"

Als NOTHINGTOSEENESS bezeichnete John Cage die Entsprechung der Stille in den visuellen Künsten und umschreibt das Nichts durch Sehen und Fühlen. Die Ausstellung ist ebenso eine Schule des Sehens wie der Sinne. Im Gräsergarten der Akademie am Hanseatenweg steht beispielsweise die Wolkenmaschine von Reiner Maria Matysik. Sie verwandelt Wasser des Teichs in Wolken, die man sehen, riechen und auf der Haut spüren kann. Viele Originale dürfen während der Führung ertastet werden. Außerdem stehen Tast- und Riechmodelle zur Verfügung.

Treffpunkt: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin (Nähe S-Bahnhof Bellevue)
Dauer: 90 Minuten
Kosten: Eintritt frei für schwerbehinderte Personen und ihre Begleitung
Anmeldung: Tel. 030 200 57-2000, E-Mail: ticket[at]adk.de

Samstag, 27. November, 11:30 Uhr
Tastführung durch die Ausstellung "Einstürzende Reichsbauten"

Im ehemaligen Staatsatelier des NS-Bildhauers Arno Breker inszeniert Henrike Naumann ein privat anmutendes Interieur, für das unter anderem die Gestaltung des Empfangssaals von Adolf Hitlers Residenz auf dem Obersalzberg Pate stand. Originalmöbel aus dem ehemaligen Haus der Deutschen Kunst, heute Haus der Kunst in München, mischen sich mit aus zweiter Hand erworbenen Einrichtungsgegenständen zu einer Installation, die vor allem Fragen dazu aufwirft, wie politische und gesellschaftliche Realitäten den privaten Raum durchdringen.

Treffpunkt: Kunsthaus Dahlem, Käuzchensteig 12, 14195 Berlin

(Bus X83 bis Königin-Luise-Straße/ Clayallee, von dort sind es noch ca. 10 Min. Fußweg; Bus 115 und X10 bis Brücke-Museum/Kunsthaus Dahlem, von dort sind es noch ca. 5 Min. Fußweg)
Kosten: Eintritt 4,00 Euro, Begleitperson frei

Anmeldung und Leitung: Anja Winter, Tel. 030 76 76 99 09 (auch AB), E-Mail: anjawinter[at]tastkunst.de

Sonntag, 28. November, 14:00 Uhr
Tastführung: Menschenbilder

Die Führung richtet den Fokus auf ausgewählte Porträts und Figurenbilder aus der Sammlung der Berlinischen Galerie und der Sonderausstellung "Ferdinand Hodler und die Berliner Moderne".

Die Gemälde von Ferdinand Hodler (1853 - 1918) sind Ikonen der Moderne. Die zeitlos eleganten Haltungen und zarten Gesichter seiner Tänzerinnen und Jünglinge fesseln bis heute. Sie wirken archaisch, oft ernst und doch auch beseelt, voller Leichtigkeit und Leben.

Prägnante Werke Holders werden mit Gemälden in der Dauerausstellung in Beziehung gesetzt und gemeinsam erkundet und diskutiert: Sind in den Arbeiten Individuen oder Typen dargestellt? Wie werden Gefühle und Stimmungen ausgedrückt? Was verraten die Bilder über Persönlichkeit, Funktion und gesellschaftlichen Kontext? Welche unterschiedlichen Menschenbilder kommen darin zum Tragen?

Treffpunkt: Kasse, Berlinische Galerie, Alte Jakobstr. 124-128, 10969 Berlin

(Busse 248, M29 bis Waldeckpark oder Bus 248 bis Jüdisches Museum)
Dauer: 120 Minuten
Leitung: Christine Rieger und Michaela Englert, Museumsdienst Berlin
Kosten: Die Teilnahme an der Führung ist im Museumseintritt enthalten: 12,00/ermäßigt 9,00 Euro, Begleitperson und bis 18 Jahre frei
Anmeldung: Tel. 030 247 49-888, E-Mail: museumsdienst[at]kulturprojekte.berlin

Samstag, 4. Dezember, 13:00 Uhr
Führung durch die Ausstellung „documenta. Politik und Kunst"

Erstmals stellt das Deutsche Historische Museum die Geschichte der ersten bis zehnten documenta in den Kontext der politischen, kultur- und gesellschaftsgeschichtlichen Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1955 und 1997. Zu sehen sind berühmte documenta-Exponate von Max Beckmann, Willi Baumeister, Joseph Beuys, den Guerrilla Girls, Hans Haacke, Séraphine Louis, Wolfgang Mattheuer, Emy Roeder, Andy Warhol oder Fritz Winter.

Treffpunkt: Kassenbereich Pei-Bau des Deutschen Historischen Museums, Unter den Linden 2, 10117 Berlin, Zugang zum Pei-Bau über Straße "Hinter dem Gießhaus" (Busse 100, 300 bis Staatsoper)
Dauer: 60 Minuten
Kosten: 3,00 Euro, Begleitperson frei
Anmeldung: Tel. 030 203 04-750 oder 030 203 04-751, E-Mail: fuehrung[at]dhm.de

Sonntag, 5. Dezember, 11:00 Uhr
Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme. Führung für blinde und sehbehinderte Kinder

Wir stehen in Kontakt zu anderen Menschen überall auf der Erde. Täglich erreicht uns eine Flut von Informationen. Unsere Geräte tauschen ständig Daten miteinander aus: Wir leben in einer vernetzen Welt. Die neue Dauerausstellung Das Netz. Menschen, Kabel, Datenströme zeigt, wie wir das Netz nutzen, wer es benutzt und die Technik, die dahintersteckt. Dabei begegnen wir auch älteren Apparaten: einem Telefon mit Wählscheibe, einer mechanischen Schreibmaschine und einer Rechenmaschine. Ihr hört von der unglaublichen Geschichte eines blinden Telefonexperten, dem es in den 1960 er Jahren gelang, mit Hilfe einer Spielzeugpfeife kostenlos zu telefonieren. Sein absolutes Gehör half ihm dabei. Auf unserem Rundgang entdecken wir neben der Spielzeugpfeife noch anderen Tastobjekte: Antennen von einer Mobilfunkbasisstation, die sonst oben auf den Dächern stehen, einem Internetradio, das über WLAN Radiostationen aus der ganzen Welt empfangen kann, und einer Tastkarte, zu der viele Freiwillige beigetragen haben.

Treffpunkt: Eingangsbereich Ladestraße des Deutschen Technikmuseums, Zugang über Möckernstraße 26, 10963 Berlin
(U-Bahn U1, U3, U7 bis Möckernbrücke; U1, U2, U3 bis Gleisdreieck; S-Bahn bis Anhalter Bahnhof)
Dauer: 60 Minuten
Kosten: keine (eintrittsfreier erster Sonntag im Monat)
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Montag, 6. Dezember, 17:00 Uhr
Führung im Museum Barberini "Französischer und Russischer Impressionismus"

Ausstellungsrundgang mit Tastelementen und ausführlichen Bildbeschreibungen zum Französischen und Russischen Impressionismus

Treffpunkt: 16:50 Uhr im Foyer des Museums Barberini, Humboldtstraße 5 - 6, 14467 Potsdam
(Nähe Potsdam Hauptbahnhof, kleiner Fußweg über die Lange Brücke)
Dauer: 60 Minuten
Eintritt: 14,00/erm. 10,00 Euro; Führung 3,00 Euro; Begleitperson frei
Anmeldung: Tel. 0331 23 60 14-499, E-Mail: besucherservice[at]museum-barberini.com

Samstag, 11. Dezember, 15:00 Uhr
Antoine Watteau. Kunst. Markt. Gewerbe

Der französische Maler Antoine Watteau war ein Künstler, dessen Werke dem preußischen König Friedrich dem Großen ganz besonders gut gefallen haben. Friedrich kaufte einige dieser Gemälde für seine Schlösser. In der Führung erfahren Sie etwas über das Leben des Malers und die Wirkung seiner Kunstwerke bis in die Gegenwart.

Treffpunkt: Schloss Charlottenburg, Gruppenschalter, Spandauer Damm 20 - 24, 14059 Berlin
Der Gruppenschalter befindet sich im Quergebäude des Hauptschlosses, links vom Reiterstandbild.
(U-Bahn U7 bis Richard-Wagner-Platz, Busse 109, M45 bis Schloss Charlottenburg)
Kosten: keine
Anmeldung: Tel. 030 895 88-0, E-Mail: freizeit[at]absv.de

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit

Hände lesen über Brailleschrift, Makro