ABSV-Info 16/2020 - Berlinale zeigt zehn Hörfilme, darunter sieben Premieren! Außerdem: Fachgespräch „Filme für alle – Fokus Audiodeskription"

Dienstag, 11. Februar 2020

Liebe Leserinnen und Leser, 

die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin (Berlinale) vom 20. Februar bis 1. März präsentieren in diesem Jahr zehn Filme und insgesamt 18 Filmvorführungen mit Audiodeskription. Erstmalig findet auch ein Fachgespräch „Filme für alle – Fokus Audiodeskription“ als gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Kinemathek in Kooperation mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen mit freundlicher Unterstützung der Internationalen Filmfestspiele statt.  

Tickets:

Ab dem 17. Februar können per Telefon unter 030 259 20 259 (täglich 9:00 bis 19:00 Uhr),
per E-Mail unter: inklusion[at]berlinale.de oder per Fax unter 030 259 20 230 ein Ticket pro Vorstellung sowie Leihgeräte bestellt werden.

Hinweis: Für die Premierenvorstellungen steht nur ein begrenztes Kartenkontingent zur Verfügung! Enthält der Schwerbehindertenausweis ein „B“, ist das Ticket für die Begleitperson, je nach Verfügbarkeit, kostenfrei. Ist das Kontingent erschöpft, erhält die Begleitperson, je nach Verfügbarkeit, ein Ticket zum regulären Preis.

Die Tickets können ab dem 19. Februar jeweils zwei Tage nach Bestellung entweder direkt am Ticket Counter Inklusion in den Potsdamer Platz Arkaden (täglich 10:00 bis 20:00 Uhr) bezahlt und abgeholt werden oder auch telefonisch per Kreditkarte bezahlt werden (bei schriftlicher Bestellung bitte eine Telefonnummer angeben), der Ticketversand erfolgt dann per E-Mail als Ticket zum Selbstausdrucken oder als mobiles Ticket für ein mobiles Endgerät (Smartphone oder Tablet).

Nähere Informationen zur Barrierefreiheit der einzelnen Spielstätten erhalten Sie per Telefon unter 030 259 20 259 (täglich 9:00 bis 19:00 Uhr) und im Internet unter www.berlinale.de/inklusion    

Audiodeskription: 

Bis auf die Filmvorführung „Das Wachsfigurenkabinet“ (Live-Audiodeskription) werden die Audiodeskriptionen über die App GRETA angeboten. Nach der Installation der App und dem Download der Audiodeskriptionen auf dem eigenen Smartphone (Android oder iOS) können die Hörfilmfassungen im jeweiligen Kino genutzt werden. Weitere Informationen zur Nutzung der App unter: www.gretaundstarks.de

Es stehen bei allen Vorführungen einige Leihgeräte kostenlos zur Verfügung. Dafür sind eigene Kopfhörer mitzubringen! Die Leihgerätebestellung erfolgt mit der Ticketbestellung. Die Geräte werden in den Kinos ausgegeben.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an die Koordinatorin der Hörfilm-Angebote Anke Nicolai:
Tel. 0151 27 16 79 54, E-Mail: hoerfilme[at]berlinale.de 

Alle Filme und Veranstaltungen im Überblick (Filme sortiert nach Sektion): 

Sektion Berlinale Classics: 

Das Wachsfigurenkabinett  

Freitag, 21. Februar, 17:30 Uhr (Premiere mit Live-Audiodeskription)
Ort: Friedrichstadtpalast, Friedrichstraße 107, 10117 Berlin
(Nähe U- und S-Bahnhof Friedrichstraße oder U-Bahn U6 bis Oranienburger Tor) 

Deutschland 1924, Regie: Paul Leni
Mit: Emil Jannings (Harun al Raschid), Werner Krauß (Jack the Ripper), Conrad Veidt (Iwan der Schreckliche) u. a. 

Ein junger Mann lässt sich als Schreiber für ein Wachsfigurenkabinett engagieren. Dort erfindet er illustre Geschichten um die wichtigsten Exponate: Jack the Ripper, Iwan der Schreckliche und Harun al Raschid, Kalif von Bagdad. Beflügelt wird die Fantasie des jungen Mannes von der Tochter des Schaustellers - und schon nehmen die Geschichten, in denen der junge Schreiber und die Tochter mitspielen, ihren Lauf.  

Weltpremiere der digital restaurierten Fassung des Stummfilmklassikers, mit neuer Musikkomposition. Live begleitet vom Ensemble Musikfabrik

Kopfhörer und Empfangsgeräte werden im Kino ausgegeben.

Wir bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung bei der Deutschen Hörfilm gGmbH und dem ZDF.

Sektion Wettbewerb: 

Undine 

Sonntag, 23. Februar, 19:00 Uhr (Premiere)
Sonntag, 1. März, 10:00 Uhr
Ort (beide Vorführungen): Berlinale Palast, Marlene-Dietrich-Platz 1, 10785 Berlin
(U- und S-Bahnhof Potsdamer Platz, Busse 200, M41, M48, M85 bis Varian-Fry-Straße) 

Deutschland, Frankreich 2020, Regie: Christian Petzold
Mit: Paula Beer (Undine), Franz Rogowski (Christoph), Jacob Matschenz (Undines Ex-Freund), Gloria Endres de Oliveira (Antonia), Rafael Stachowiak (Jochen) u. a. 

Die Historikerin Undine arbeitet als Stadtführerin in Berlin. In einem kleinen, unpersönlichen Apartment lebt sie ihr Berliner Großstadtleben. Doch hinter ihrem scheinbar gewöhnlichen Leben verbirgt sie ein schwerwiegendes Geheimnis. Als sie von ihrem Freund wegen einer anderen Frau verlassen wird, holt ein Fluch sie ein: Undine muss den Mann, der sie verrät, töten und ins Wasser zurückkehren, aus dem sie einst gerufen wurde. Doch die Undine im Film wehrt sich, anders als die Sagenfigur, gegen ihre Bestimmung. Sie will nicht töten – und sie will nicht gehen. 

Berlin Alexanderplatz 

Mittwoch, 26. Februar, 15:30 Uhr (Premiere)
Sonntag, 1. März, 14:45 Uhr
Ort (beide Vorführungen): Berlinale Palast, Marlene-Dietrich-Platz 1, 10785 Berlin
(U- und S-Bahnhof Potsdamer Platz, Busse 200, M41, M48, M85 bis Varian-Fry-Straße) 

Deutschland, Niederlande 2020, Regie: Burhan Qurbani
Mit: Welket Bungué (Francis), Jella Haase (Mieze), Annabelle Mandeng (Eva), Albrecht Schuch (Reinhold), Ceci Chuh (Kelly) u. a. 

Auf der illegalen Überfahrt von Afrika nach Europa gerät das Boot, auf dem sich Francis befindet, in einen Sturm. Er schwört, dass er ein guter und anständiger Mensch sein will, wenn er gerettet wird, und seine Gebete werden erhört. Nun ist es an ihm, seinen Schwur auch einzuhalten. Sein Weg führt ihn nach Deutschland, wo er sich redlich darum bemüht, ein ehrliches Leben zu führen. Doch die Umstände machen es ihm nicht leicht. Wie soll man gut sein in einer Welt, die es selbst nicht ist?

Sektion Berlinale Special: 

Paris Calligrammes  

Samstag, 22. Februar, 16:15 Uhr (Premiere)
Ort: Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, 10719 Berlin
(U-Bahn U2, U3 , U9 bis Spichernstraße) 

Montag, 24. Februar, 12:30 Uhr
Ort: CineStar CUBIX 6, Alexanderplatz, Rathausstraße 1, 10178 Berlin
(Nähe U- und S-Bahnhof Alexanderplatz) 

Deutschland, Frankreich 2019, Regie: Ulrike Ottinger 

In einem dichten Strom aus akustischem und visuellem Archivmaterial, verknüpft mit eigenen künstlerischen und filmischen Arbeiten, lässt Ottinger Saint-Germain-des-Prés und das Quartier Latin wieder aufleben: mit den Literatencafés und Jazzkellern, den Begegnungen mit Vertretern des jüdischen Exils, dem Zusammenleben mit ihren Künstlerfreunden, der Gedankenwelt der Pariser Ethnologen und Philosophen, den politischen Umwälzungen des Algerienkrieges und des Mai 68 sowie dem Erbe der kolonialen Zeit. Ulrike Ottinger wird in diesem Jahr mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

Das Filmfestival ehrt damit Persönlichkeiten und Institutionen, die sich um das Filmschaffen besonders verdient gemacht haben und mit denen sich das Festival verbunden fühlt. Die Verleihung findet vor der Weltpremiere des Dokumentarfilms „Paris Calligrammes“ am 22. Februar statt.

Sektion Berlinale Series: 

Freud 

Montag, 24. Februar, 21:15 Uhr (Premiere)
Ort: ZOO Palast 1, Hardenbergstraße 29A, 10623 Berlin
(Nähe U- und S-Bahnhof Zoologischer Garten)

Freitag, 28. Februar, 18:00 Uhr
Ort: CinemaxX 5, Potsdamer Straße 5, 10785 Berlin
(U- und S-Bahnhof Potsdamer Platz, Busse 200, M41, M48, M85 bis Varian-Fry-Straße) 

Österreich, Deutschland, Tschechien 2020, Regie: Marvin Kren
Mit: Robert Finster (Sigmund Freud) Ella Rumpf (Fleur Salomé), Georg Friedrich (Alfred Kiss), Pavel Fieber (Jacob Freud), Alina Fritsch (Fanny Kiss) u. a. 

Im Wien des Jahres 1886 stoßen die revolutionären Theorien des knapp 30-jährigen Sigmund Freud auf heftigen Widerstand – außer bei dem berühmten Medium Fleur Salomé und Alfred Kiss, Kriegsveteran und Polizist. Mit ihnen an seiner Seite findet Freud sich bald inmitten einer mörderischen Verschwörung wieder, die Österreich in Atem hält.

Sektion Perspektive Deutsches Kino:

Kids Run 

Samstag, 22. Februar, 12:00 Uhr
Ort: Colosseum, Schönhauser Allee 123, 10437 Berlin
(Nähe U- und S-Bahnhof Schönhauser Allee) 

Montag, 24. Februar, 16:30 Uhr
Ort: CineStar CUBIX 5, Alexanderplatz, Rathausstraße 1, 10178 Berlin
(Nähe U- und S-Bahnhof Alexanderplatz) 

Deutschland 2020, Regie: Barbara Ott
Mit: Jannis Niewöhner (Andi), Lena Tronina (Sonja), Giuseppe Bonvisutto (Ronny), Carol Schuler (Isabel) u. a. 

Andi ist Mitte 20, ein junger, aufbrausender Mann aus prekären Verhältnissen und bereits Vater dreier Kinder. Sein Leben ist ein ewiger Kampf um seine Wohnung, seine Kinder und die Frau, die er immer noch liebt. Ihm bleiben nur noch zwei Wochen, um 5.000 Euro an sie zurückzuzahlen. Als er seinen Job verliert, sieht er nur noch eine Chance: Ein Amateur-Boxturnier. 

Schlaf 

Dienstag, 25. Februar, 19:30 Uhr (Premiere)
Ort: Kino International, Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin
(U-Bahn U5 bis Schillingstraße) 

Mittwoch, 26. Februar, 20:30 Uhr
Ort: CinemaxX 1, Potsdamer Straße 5, 10785 Berlin
(U- und S-Bahnhof Potsdamer Platz, Busse 200, M41, M48, M85 bis Varian-Fry-Straße) 

Deutschland 2019, Regie: Michael Venus
Mit: Sandra Hüller (Marlene), Gro Swantje Kohlhof (Mona), Andreas Anke (Wolfram), Katharina Behrens (Bille) u. a. 

Marlene leidet an immer wiederkehrenden Albträumen und glaubt, dass sie real sind. Als sie in einen komatösen Schlaf fällt, macht sich ihre Tochter Mona auf die Suche nach dem Auslöser und stößt dabei auf ein eigentümliches Dorfhotel und einen alten Familienfluch, der sie bis in ihre Träume verfolgt. 

Walchensee Forever 

Dienstag, 25. Februar, 16:30 Uhr
Sonntag, 1. März, 14:00 Uhr
Ort (beide Vorführungen): Cubix 5, Alexanderplatz, Rathausstraße 1, 10178 Berlin
(Nähe U- und S-Bahnhof Alexanderplatz) 

Deutschland 2020, Regie: Janna Ji Wonders 

„Walchensee Forever“ ist ein Porträt über Janna Ji Wonders Familie. Es erzählt davon, wie Wonders Mutter Anna und ihre Schwester Frauke, zwei bayrische Hippies, nach Amerika loszogen, wo sich Frauke nach Drogenerfahrungen das Leben nahm. Kurz nach dem tragischen Vorfall wird Anna mit Janna schwanger und kehrt nach Deutschland zurück. Sie wird Teil des Harems von Rainer Langhans. Während dort exzessiv Sinnsuche betrieben wird, befindet sich Janna in einer Identitätskrise und sucht Halt bei ihrer bodenständigen Oma Norma am Walchensee. 

Wir bedanken uns sehr herzlich für die Unterstützung beim Bayerischen Rundfunk und der Kinoblindgänger gGmbh. 

Sheriff Teddy 

Donnerstag, 27. Februar, 17:00 Uhr
Ort: Kino International, Karl-Marx-Allee 33, 10178 Berlin
(U-Bahn U5 bis Schillingstraße) 

Deutsche Demokratische Republik 1957, Regie: Heiner Carow
Mit: Gerhard Kuhn (Kalle), Axel Dietz (Andreas), Günther Simon (Lehrer Freitag), Erich Franz (Herr Becker), Else Wolz (Frau Becker) u. a. 

Der 13-jährige Kalle zieht mit seinen Eltern von West- nach Ostberlin. In seinem alten Kiez galt er was, war Sheriff der Teddy-Bande. Die neue Umgebung passt ihm nicht und noch weniger seinem großen Bruder Robbi, der im Westteil krummen Geschäften nachgeht. Zwischen Kalle und seinem Banknachbarn in der Schule, Andreas, entwickelt sich eine Rivalität, die zu mehreren Zwischenfällen führt. Kalle will sich bei Andreas, den er eigentlich mag, mit einem Geschenk entschuldigen – einem geklauten Tacho für dessen Fahrrad. Doch der Diebstahl fliegt auf. 

Der Film wird mit deutschen Untertiteln für Hörgeschädigte und Audiodeskription im Anschluss an die Verleihung des Heiner-Carow-Preises präsentiert. Die DEFA-Stiftung verleiht den mit 5.000 Euro dotierten Preis im Rahmen der Berlinale am 27. Februar zum achten Mal. Die Preisverleihung findet barrierefrei (Audiodeskription, Deutsche Gebärdensprache und Schriftdolmetschung) statt.  

Sektion Generation Kplus: 

Kokon 

Freitag, 21. Februar, 19:30 Uhr (Premiere)
Ort: Urania, An der Urania 17, 10787 Berlin
(U-Bahn U1, U2 , U3 oder Busse M19, M29, M46 bis Wittenbergplatz) 

Sonntag, 23. Februar, 17:00 Uhr
Ort: Cubix 8, Alexanderplatz, Rathausstraße 1, 10178 Berlin
(Nähe U- und S-Bahnhof Alexanderplatz) 

Deutschland 2019, Regie: Leonie Krippendorff
Mit: Lena Urzendowsky (Nora), Jella Haase (Romy), Lena Klenke (Jule), Elina Vildanova (Aylin) u. a. 

Der Sommer 2018 ist ein Jahrhundertsommer. Am Kottbusser Tor in Berlin-Kreuzberg, inmitten gebrochener Biografien und unterschiedlichster Kulturen, bahnt sich die 14-jährige Nora ihren Weg ins Erwachsenwerden. Während die heiße, klebrige Luft um Nora herum nach Schweiß riecht, bekommt sie das erste Mal ihre Periode, lernt zu sich zu stehen und verschenkt ihr Herz an die außergewöhnliche Romy. Mit ihr wirkt der Kreuzberger Mikrokosmos plötzlich endlos groß und voller unscheinbarer Schönheit. Wie kann Nora ihren Blick für diese Schönheit bewahren, nachdem ihr zum ersten Mal das Herz gebrochen wurde?  

Filme für alle – Fokus Audiodeskription 

Mittwoch, 26. Februar, 18:00 bis 19:30 Uhr
Ort: Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen (Veranstaltungsraum 4. OG), Potsdamer Straße 2, 10785 Berlin
(U- und S-Bahnhof Potsdamer Platz, Busse 200, M41, M48, M85 bis Varian-Fry-Straße) 

Kulturelle Teilhabe ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, an der sich der Kulturbetrieb im wachsenden Maße beteiligt. Filmschaffende, Produktion und Verleih ebenso wie Kinos und Filmfestivals stehen vor der Herausforderung, audiovisuelle Medien im Sinne der Inklusion für ein vielfältiges Publikum barrierefrei zu erschließen. 

Die Podiumsveranstaltung widmet sich dem Thema „Audiodeskription“ als Instrument kultureller Teilhabe. Nach einem Einblick in die Grundlagen und internationale Bedeutung in Film und Fernsehen diskutieren Expertinnen und Experten aus den Bereichen Filmproduktion, Verleih, Autorenschaft und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband Fragen aus der deutschen Produktions- und Kinopraxis. Das Fachgespräch ist Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu Inklusion im Berlinale-Programm und findet barrierefrei (Audiodeskription, Deutsche Gebärdensprache und Schriftdolmetschung) statt.  

Der Eintritt ist frei. 

Eine gemeinsame Veranstaltung der Deutschen Kinemathek in Kooperation mit dem Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen mit freundlicher Unterstützung der Internationalen Filmfestspiele Berlin.  

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit

Hände lesen über Brailleschrift, Makro