ABSV-Info 68/2020 - Theater mit Audiodeskription: Peer Gynt

Dienstag, 19. Mai 2020

Liebe Leserinnen und Leser, 

erneut präsentiert das Schauspiel Leipzig einen Mitschnitt einer Inszenierung mit Audiodeskription: 

Peer Gynt
von Henrik Ibsen
Regie: Philipp Preuss
Audiodeskription: Maila Giesder-Pempelfort, Florian Eib u. a. 

Termin: Donnerstag, 21. Mai, ab 14:00 Uhr (24 Stunden online abrufbar)
Spieldauer: 2,5 Stunden
Klicken Sie am Termin auf folgenden Link, unter dem Sie bereits jetzt eine Audio-Einführung finden mit Beschreibung des Bühnenbildes, der Kostüme und der Besetzung:
Link zur Aufführung „Peer Gynt“

Inhalt:
Peer Gynt erzählt, und er ist bekannt für seine unerschöpflichen Geschichten, die die Anderen zum Staunen bringen. In einer Dorfgemeinschaft, die nur Spott für ihn übrig hat, gerät er ins Träumen über all das, was er sein könnte. Dieser Peer Gynt ist ein Außenseiter und ein Phantast. Er verpasst die Chance, reich zu heiraten, sich selbst und seine Mutter abzusichern, doch gleichermaßen weiß er, dass Größeres auf ihn wartet. Er lässt sich verführen von jeder Zerstreuung, der nächsten Schlägerei, von seinen Gedanken, die ihn sich als Kaiser sehen lassen, als einen, der Großes vollbringt. Taumelnd geht er diesem Bild nach. Er wird zum Verführer, der nach seinem lächerlichen Auftritt bei der Hochzeitsgesellschaft die Braut raubt und anschließend vogelfrei ins Reich der Trolle flieht, um dort das erstbeste Mädchen zu schwängern. Es ist aber auch Peer Gynt, der sich in Solveig verliebt, ihr ein Haus baut. Der Gleiche, der nicht ankommen will, der sich nicht für einen Weg entscheidet. Er füllt sich an mit Identität, getrieben von der Sehnsucht, jemand sein zu können, für sich und für die Anderen. Er reist um die Welt, arbeitet als Reeder in Amerika, wird zum Propheten, zum Kaiser der Selbstsucht und kommt seinem Ich trotzdem nicht näher. Gleich wie vom Duft der modernden Zwiebel, Haut um Haut, ist er betäubt, gerät in einen Wahn, der nicht mehr offenbart, was Realität oder Fiktion ist, was Gedankenvergehen oder utopischer Entwurf des gyntschen Ichs ist. Es ist eine ekstatische Flucht, angetrieben vom beständigen Scheitern der Lüge und der Angst, in der eigenen Erfindung verloren zu gehen — sein Dasein eine hohle Form, die am Ende nur dazu taugt, eingeschmolzen zu werden. Es ist der Peer Gynt, der zu seinem eigenen Abgrund wird. 

Begleitprogramm:
Das Projekt „Berliner Spielplan Audiodeskription“ lädt erneut zur Theaterclub-Matinee ein, um über das Stück zu diskutieren:
Samstag, 23. Mai, 11:00 Uhr (über das Videokonferenzprogramm Zoom)
Mit dabei: die Audiodeskriptorin Maila Giesder-Pempelfort vom Schauspiel Leipzig Bitte melden Sie sich bis zum 22. Mai an, wenn Sie an der Theaterclub-Matinee teilnehmen möchten, gerne mit Ihren Fragen, E-Mail: presse@theaterhoeren-berlin 

Außerdem:
Noch bis 30. Juli ist die Aufführung „Hamlet“ des Schauspielhauses Bochum mit Audiodeskription in der ZDF-Mediathek abrufbar
(Siehe ABSV-Info 60/2020)
Link zur Aufführung „Hamlet“

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit

Hände lesen über Brailleschrift, Makro