ABSV-Info 74/2021 - MRT-Forschungsstudie an der FU Berlin

Freitag, 11. Juni 2021

Liebe Leserinnen und Leser, 

eine Arbeitsgruppe an der Freien Universität Berlin im Bereich der Neurowissenschaften erforscht die Prozesse, die der Informationsverarbeitung im Gehirn blinder Menschen zugrunde liegen. Dafür werden geburtsblinde Personen ab 18 Jahren gesucht, die fließend Braille lesen können und Interesse daran haben, an einer MRT-Studie in Berlin teilzunehmen. 

Dr. Marleen Haupt, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe, schreibt: 

„Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Radoslaw Cichy an der Freien Universität Berlin interessiert sich dafür, wie das Braille Lesen im Gehirn verarbeitet wird. Daher würden wir gern die Gehirnaktivität während des Braille Lesens in einer MRT-Untersuchung messen. Für eine MRT-Untersuchung werden unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer liegend in das röhrenförmige MRT-Gerät gefahren. Während die Teilnehmerinnen und Teilnehmer still im MRT-Gerät liegen, können wir viele Schnittbilder ihres Gehirns erstellen. Der Vorteil einer MRT-Untersuchung besteht darin, dass wir die Gehirnaktivität mit einer hohen räumlichen Auflösung messen können. So wissen wir, wo im Gehirn etwas passiert. Die MRT-Messung für die geplante Studie würde circa 80 Minuten dauern und in dieser Zeit würden Sie unterschiedliche Wörter in Braille lesen und über Kopfhörer hören. Zusätzlich würde die Vorbereitung der Messung etwa 30 Minuten dauern, so dass wir eine Gesamtdauer von zwei Stunden einplanen sollten. Die MRT-Messung würde am Centre for Cognitive Neuroscience in Berlin (Fabeckstraße 29, 14195 Berlin) stattfinden und Ihr kompletter Aufenthalt bei uns mit 10 Euro pro Stunde honoriert werden. Je nach Wohnort können wir die Anfahrtskosten komplett oder anteilig übernehmen. Außerdem helfen wir Ihnen sehr gern bei der Organisation der Anreise und holen Sie, je nach Wunsch, an vereinbarten Treffpunkten ab oder unterstützen Sie anderweitig beim Ankommen. MRT-Messungen sind nicht invasiv und mit keinen Risiken verbunden. Dennoch können einige Personengruppen nicht an solchen Studien teilnehmen: 
- Schwangere,
- Personen mit neurologischen Erkrankungen, z.B. Epilepsie,
- Personen mit metallischen Implantaten, z. B. Herzschrittmacher, Neurostimulatoren oder Medikamentenpumpen,
- Personen mit bekannten psychiatrischen Erkrankungen.“ 

Falls Sie sich eine Studienteilnahme vorstellen können, melden Sie sich bitte bei Dr. Marleen Haupt:
Tel. 030 83 85 23 68, E-Mail: marleen.haupt@fu-berlin.de 

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit

Hände lesen über Brailleschrift, Makro