ABSV-Info 81/2020 - Theater zum Hören: "Die Pest", "Metropolis" und weitere Aufführungen mit Audiodeskriptio

Freitag, 12. Juni 2020

Liebe Leserinnen und Leser, 

da aufgrund der aktuellen Situation in dieser Spielzeit keine Vorstellungen mehr vor Ort an den Berliner Bühnen stattfinden können, bieten die Häuser Aufzeichnungen ihrer Aufführungen per Internet an. Erfreulicherweise gibt es auch einige Stücke mit Audiodeskription (AD).

Beim Projekt Berliner Spielplan Audiodeskription können Sie den aktuellen digitalen Spielplan für Bühnenkunst mit Audiodeskription via Internet oder TV telefonisch abfragen unter:
030 27 90 87 76 

Hier die nächsten Aufführungen mit AD, weitere Angebote unter:
blog.theaterhoeren-berlin.de/theater-zum-hoeren-termine/

15. Juni, 18:00 Uhr (verfügbar bis 16. Juni, 12:00 Uhr)
"Die Pest"
nach dem Roman von Albert Camus
im Stream des Deutschen Theaters Berlin 

András Dömötörs Inszenierung der Pest hatte im November 2019 in der Box Premiere des DT. Angesichts der Corona-Krise hat DT-Ensemblemitglied Božidar Kocevski nun zusammen mit dem Kameramann Lorenz Haarmann eine Quarantäne-Variante der Arbeit erschlossen. Die Inszenierung ist mit Audiodeskription verfügbar.In der algerischen Küstenstadt Oran bricht eine seltsame Seuche aus. Doktor Bernard Rieux ahnt, was alle anderen für unmöglich halten: Es ist die Pest.
Der Ausnahmezustand wird ausgerufen, die Stadt hermetisch abgeriegelt, alle Verbindungen zur Außenwelt gekappt. Bald fordert die Krankheit mehr und mehr Opfer, gigantische Krankenstationen entstehen, später Massengräber. Der Arzt weiß, dass sein Kampf gegen die Seuche aussichtslos ist. Der Bazillus bleibt unbesiegbar, auch wenn die Pest Oran nach neun Monaten so unvermittelt wieder verlässt, wie sie gekommen ist. Albert Camus‘ weltberühmter Roman fragt nach der Möglichkeit menschlichen Handelns im Angesicht der Katastrophe.

Dauer: 80 Minuten

Eine akustische Einführung ins Stück hören Sie auf dem Podcast Kanal des Berliner Spielplan Audiodeskription unter:
blog.theaterhoeren-berlin.de/podcast-2/

Link zum kostenfreien Online-Stream vom Deutschen Theater:
www.deutschestheater.de/programm/aktuelles/dt-heimspiel/

Hinweis: Auf der Seite des DT-Heimspiels finden sie unter der Überschrift „Die Pest mit Audiodeskription“ einen Schalter „Wiedergabe“. Aktivieren Sie den „Wiedergabe“-Schalter. Wenn Sie pünktlich zur Stream Premiere kurz vor 18:00 Uhr  einschalten und das Stück noch nicht angefangen hat, wird Musik zu einem rein visuellen Countdown gespielt. Die AD-Fassung beginnt direkt nach dem Ende der Musik bzw. des Countdowns mit der Einführung ins Stück.  

16. Juni, ab 14:00 Uhr
"Metropolis"
nach Thea von Harbou und Fritz Lang
für die Bühne bearbeitet von Claudia Bauer und Jan Friedrich im Stream des Schauspiel Leipzig

In der gigantischen Superstadt Metropolis herrscht eine strikt voneinander getrennte Klassengesellschaft: Während die Oberschicht in absolutem Luxus und rauschhaftem Vergnügen lebt, schuftet die Arbeiterklasse an riesigen Maschinen für deren Gewinn. Freder Fredersen, der Sohn des mächtigen Oligarchen Joh Fredersen, verliebt sich in Maria, die junge, strahlende, pazifistische Anführerin der unter dem unmenschlichen Druck leidenden Arbeiter. Freder begehrt gegen seinen Vater auf und schlägt sich auf die Seite der Arbeiter. Sein Vater allerdings schafft zusammen mit dem Wissenschaftler Rotwang einen Androiden nach Marias Vorbild mit dem Plan, die aufrührerische Maria zu kidnappen – und mittels der Maschinen-Maria die bisher friedfertigen Arbeiter aufzuwiegeln. Dann hätte er endlich einen legalen Grund, gegen die Aufständischen vorzugehen.
„Metropolis“ – ein Roman, und vor allem ein Film, der zweifellos Geschichte geschrieben hat. Vieldiskutiert zwischen genialem Science-Fiction-Entwurf, schwülstig-sexueller Erlösungsphilosophie und naiv-massentauglichem Revolutionsszenarium, thematisieren von Harbou und Lang in ihrem Werk vor allem zwei große soziopolitische Probleme, die noch heute unsere Gesellschaft beschäftigen: die Entfremdung des Menschen in bzw. mit seiner immer undurchschaubarer werdenden Arbeitswelt. Und die als immer größer empfundene Kluft zwischen den politischen Entscheidungsträgern und dem Rest der Gesellschaft.  

Link zum kostenfreien Online-Stream und zur Audioeinführung vom Schauspiel Leipzig:
www.schauspiel-leipzig.de/material/schauspiel-on-demand/

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit

Hände lesen über Brailleschrift, Makro