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17. April 2019 - 16:54

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ABSV-Info 69/2022 - Mehr Geld für Rentnerinnen und Rentner sowie für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen

Liebe Leserinnen und Leser, 

die Renten steigen zum 1. Juli 2022: in Westdeutschland um 5,35 Prozent und in Ostdeutschland um 6,12 Prozent. Somit erhöht sich der Rentenwert im Westen von bisher 34,19 Euro auf 36,02 Euro, im Osten von bisher 33,47 Euro auf 35,52 Euro. Bis spätestens zum 1. Juli 2024 sollen die Rentenwerte in Ost und West angeglichen sein. Zuschläge erhalten auch Bezieherinnen und Bezieher von Erwerbsminderungsrenten mit Renteneintritt zwischen 2001 und 2018. 

Mit der Zustimmung des Bundesrates zur Renten­erhöhung werden sich Blindenhilfe und Blindengeld ebenfalls zum 1. Juli 2022 verändern, da sie an den Rentenwert gekoppelt sind. Blinden- bzw. Sehbehindertengeld, die offizielle Bezeichnung in Berlin ist „Leistungen nach dem Landespflegegeldgesetz (LPflGG)“, dient zum Ausgleich von behinderungsbedingten Mehraufwendungen für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen und gilt nicht als Einkommen. Es wird unabhängig von Einkommen und Vermögen gewährt. Blindenhilfe dagegen kann in Abhängigkeit von Einkommen und Vermögen gezahlt werden. 

Wer hat Anspruch auf Leistungen nach dem Landespflegegeldgesetz? 

- blind: Wer auf dem besseren Auge mit Korrektur (also mit Brille oder anderer Sehhilfe) nicht mehr als zwei Prozent sieht.
- hochgradig sehbehindert: Wer auf dem besseren Auge mit Korrektur nicht mehr als fünf Prozent sieht. Gesichtsfeldeinschränkungen werden berücksichtigt.Wer gilt als taubblind?
- taubblind: Wer wegen einer Störung der Hörfunktion mindestens einen Grad der Behinderung von 70 und wegen einer Störung des Sehvermögens einen Grad der Behinderung von 100 hat. In diesem Fall ist der Person das Merkzeichen TBL im Schwerbehindertenausweis zuzuerkennen. 

Blinden- bzw. Sehbehindertengeld (Landespflegegeld) ab 1. Juli 2022: 

- bei Blindheit nach § 2 Abs. 1 Satz 1 LPflGG beträgt ab 1. Juli 2022 645,12 Euro (bisher: 612,34 Euro).
- bei hochgradiger Sehbehinderung oder Gehörlosigkeit nach § 2 Abs. 2 Satz 1 LPflGG beträgt ab 1. Juli 2022 161,28 Euro (bisher: 153,09 Euro).
- bei Blindheit bzw. hochgradiger Sehbehinderung und gleichzeitiger Gehörlosigkeit (d. h. bei Taubblindheit im Sinne des Gesetzes) werden nach § 2 Abs. 1 Satz 2 LPflGG ab 1. Juli 2022 weiterhin 1.189,00 Euro gezahlt. 

Blinden- bzw. Sehbehindertengeld (Landespflegegeld) in stationären Pflegeeinrichtungen ab 1. Juli 2022: 

- bei Blindheit nach § 4 Abs. 1 Satz 2 LPflGG: 322,56 Euro (bisher: 306,17 Euro)
- bei hochgradiger Sehbehinderung oder Gehörlosigkeit nach § 4 Abs. 2 LPflGG: 80,64 Euro (bisher 76,55 Euro)
- bei Blindheit bzw. hochgradiger Sehbehinderung und gleichzeitiger Gehörlosigkeit (Taubblindheit im Sinne des Gesetzes nach § 4 Abs. 1 Satz 1 LPflGG) werden weiterhin 594,50 Euro gezahlt. 

Blindenhilfe ab 1. Juli 2022: 

Die Gewährung von Blindenhilfe nach dem SGB XII ist abhängig von Einkommen und Vermögen. Ab 1. Juli 2022 beträgt die Blindenhilfe für Personen nach Vollendung des 18. Lebensjahres 806,40 Euro (bisher: 765,43 Euro), Personen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres erhalten 403,89 Euro (bisher: 383,37 Euro). Personen mit geringem Einkommen können ergänzende Blindenhilfe beantragen. 

Was passiert mit dem Blinden- bzw. Sehbehindertengeld bei Pflegebedürftigkeit? 

Die Leistungen aus der Pflegeversicherung werden auf das Blinden- bzw. Sehbehindertengeld angerechnet. Pflegebedürftige Personen erhalten Leistungen aus der Pflegeversicherung entsprechend ihrer Bedürftigkeit bzw. ihrer Einstufung in einen der fünf Pflegegrade 1, 2, 3, 4 und 5.  

Bei Fragen kontaktieren Sie gern die Sozialberatung des ABSV:
Tel. 030 895 88-85, E-Mail: sozialberatung[at]absv.de  

Paloma Rändel
Öffentlichkeitsarbeit 

Hände lesen über Brailleschrift, Makro